Die Freiheit zum Denken

LW: Freiheit

Bundeslied vor der Schlacht (Theodor Körner 1813)

Wach auf, wach auf, du deutsches Land (Johann Walter 1561)

Der Gott, der Eisen wachsen ließ (Ernst Moritz Arndt 1812)

Wohlauf Kameraden, aufs Pferd ! (1800)

Fürsten Zum Land Hinaus (1832 Dieter Süverkrüp)

Bürgerlied (1840 Dieter Süverkrüp)

“Was dich auch bedrohe” oder “Feuerspruch” (1920 Heinrich Gutberlet;  Eugen Naumann)

[Info zu den Volksliedern hier – Deutschland, eine aufstrebende Großmacht, wurde im entsetzlichen Dezimierungskrieg gestürzt. Die Folgen halten bis heute an.]

„Kein Losungswort ist seit dem Jahre 1500 so viel mißbraucht worden wie das Wort „Freiheit“: in der Zeit der Reformation, der Französischen Revolution, des Liberalismus Europas und Amerikas, in den Schlagzeilen der Sowjetzone. Es gab dem natürlichen Bedürfnis des Menschen Ausdruck, in seiner Existenz als Individuum zu tun, was ihm gefällt. Es war das Schlagwort des Kampfes von Individuen gegen eine bindende, einengende Gruppe, gegen eine Familie, einen Stand oder im Kampf einer sozialen Schicht gegen eine zwingende höhere Gemeinschaft. Aber es wurde seltener deutlich – wohl allerdings bei Kant, Fichte, Chamberlain, Jaspers -, daß es keine absolute Freiheit gibt, sondern nur ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Bindung. Für das Leben eines Individuums ist die Freiheit der Bewegung ebenso notwendig wie die Bindung an ein Elternhaus. Die Freiheit der persönlichen Schöpfung im Denken, Fühlen und Gestalten ist ebenso wichtig wie die Bindung dieser Vorgänge an eine Gemeinschaft, die mitwirkt und durch ihren Widerhall mitgestaltet.
Von diesem Gleichgewicht, von dieser lebensnotwendigen Polarität müssen wir ausgehen, der Polarität zwischen Bewegungsfreiheit und Ortsgebundenheit, Denkfreiheit und Denkausrichtung durch die Gemeinschaft, zwischen Individuum und Genossenschaft, zwischen schöpferischer Freiheit des Gestaltens und den Formen der Tradition, zwischen der Willkür des Handelns der Individuen oder der Gruppen und dem Widerhall, dem Miterleben durch die höhere Gemeinschaft. Die Existenz des Menschen umfaßt beide Pole; sein Leben entzündet sich durch die Energien, die von dem einen Pol zum anderen strömen: Freiheit und Gebundenheit.“

– Gottwalt Christian Hirsch, 1965


Legendäre Reden von den Urvätern unseres Grundgesetzes:
Prof. Dr. Carlo Schmid : Rede am 8. September 1948 vor dem Plenum des parlamentarischen Rates -> Video
“Ich möchte sagen: Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muß man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen.


“Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.”

– Prof. Dr. Hans Herbert von Arnim in: Das System. Die Machenschaften der Macht. Droemer Verlag, München 2001, S. 19


Das deutsche GrundGesetz als PDF . . . . . .  Grundaufbau des GG


„…Über die Statuierung der Menschen- und Grundrechte hinaus fordern wir zwecks Sicherung der menschlichen Freiheit bewußt eine pluralistische Gestaltung von Staat und Gesellschaft, die jede Machtzusammenballung an einer Stelle verhindert. Nach unserer Auffassung war es das historische Verdienst Montesquieus, erkannt und verkündet zu haben, dass jede Macht der Gefahr des Mißbrauchs ausgesetzt ist, weil jeder Mensch geneigt ist, wie Montesquieu sagt, die Gewalt, die er hat, zu mißbrauchen, bis er Schranken findet‘. Aus dieser Erkenntnis heraus fordert Montesquieu die Teilung der Staatsgewalt in Gesetzgebung, ausführende Gewalt und Rechtsprechung und ihre Übertragung auf verschiedene, einander gleichgeordnete Träger. Diese Auffassung, die auch heute morgen hier vertreten worden ist, wird von uns in vollem Umfang als richtig anerkannt, wobei wir den besonderen Nachdruck auf die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Justiz legen…“

– Prof. Dr. Adolf Süsterhenn aus den stenografischen Protokollen der zweiten, dritten und neunten Sitzung des Plenums des Parlamentarischen Rates


“…das Prinzip der Teilung der Gewalten…Was bedeutet dieses Prinzip? Es bedeutet, daß die drei Staatsfunktionen, Gesetzgebung, ausführende Gewalt und Rechtsprechung, in den Händen gleichgeordneter, in sich verschiedener Organe liegen, und zwar deswegen in den Händen verschiedener Organe liegen müßten, damit sie sich gegenseitig kontrollieren und die Waage halten können. Diese Lehre hat ihren Ursprung in der Erfahrung, daß, wo auch immer die gesamte Staatsgewalt sich in den Händen eines Organes nur vereinigt, dieses Organ die Macht mißbrauchen wird…”

– Prof. Dr. Carlo Schmid


“…Es ergibt sich für uns deshalb die besondere Pflicht, die verbleibenden Grundrechte besonders zu schützen. Sie dürfen daher gesetzlich nicht beschränkt werden. Sie bedürfen durch eine unabhängige Rechtsprechung des besonderen Schutzes gegen Übergriffe, insbesondere gegenüber der Legislative durch einen unabhängigen Verfassungsgerichtshof, gegenüber der Exekutive durch die Einrichtung der Verwaltungsgerichte……”

– Dr. Ing. Hans-Christoph Seebohm


“Auf der einen Seite hält man das Recht in der Hand und auf der anderen Seite trägt man ein Herz.
Recht ohne Herz, ist ein herzloses Recht und ein herzloses Recht ist UNRECHT.

Das ist die Lehre Gottes, die Lehre des Verstandes, die Lehre der Vernunft. Das ist Aufklärung.”

– Roland Tluk


“Recht kann man nur stützen auf die Freiheit der Menschen. Die Freiheit ist natürlich nicht das Recht andere vor dem Schienbein zu treten. Das heißt das Recht der Ausbeuteung. Und damit wird es im Moment nun Voll und Ganz verwechselt. Und unsere Entwicklung in der ganzen Welt -also gerade die weltwirtschaftsrechtliche Entwicklung-  und da ist die europäische Union nur eine Region dieser kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung. Diese Entwicklung beruht ganz wesentlich auf das Missverständnis des Freiheitsbegriffs. Das jeder tun und lassen dürfe was er will, wenn er nicht gegen Gesetze verstößt. Aber wo sind die Gesetze? Nein das ist eine andere Frage. Solche Gesetze gibt es nicht. Das steht nicht im Grundgesetz, aber deswegen gibt es das nicht, sondern das Recht ist immer nur verpflichtet der Menschheit der Menschen. Das Recht ist mit uns geboren. Davon ist leider nie die Frage, aber sollte die Frage sein. Die Rechtsgrundlage, die ich vertrete, haben die prominentesten Texte nähmlich die Allgemeine Erklärung der Menschrechte. Wenn man das darauf aufbauen wollte, würden wir in einer ganz anderen Welt leben. […]
Freiheit ist immer nur das Recht auf Recht. Jeder kann tun was er will, wenn er einen anderen nicht schadet. Das ist Freiheit. Immer muss man den anderen berücksichtigen bei seinem Handeln. Das Handeln ist immer zwingend sittlich verpflichtet. Sittlich verpflichtet heißt nicht anderes als dem Sittengesetz verpflichtet und Sittengesetz ist nichts anderes als der kategorische Imperativ.
Anders können Menschen nicht zusammenleben, wenn sie akzeptieren wollen, dass der Mitmensch auch ein freier Mensch ist. Wenn sie ihn akzeptieren als Menschen. Das muss doch die Grundlage der Rechtsordnung sein.”

Prof. Dr. Schachtschneider

„Niemand wird alt, weil er eine bestimmte Anzahl von Jahren gelebt hat. Menschen werden alt, wenn sie ihre Ideale verraten.“
Albert Schweitzer

„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“
Bertolt Brecht

„Selbst im Fall einer Revolution würden die Deutschen sich nur Steuerfreiheit, nie Gedankenfreiheit erkämpfen.“
– Friedrich Hebbel

„Ich lege hier für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, daß ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwenglichen Dummheit verachte, und mich schäme, ihr anzugehören.“
– Arthur Schopenhauer

„Gemeinsam sind wir Mensch“
– Thomas Grüter

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