Die Freiheit zum Denken

Städte, wo Gesinnung herrscht, und Freiheit kein Gast ist:

„Beim Treffen der „europäischen Rechtspopulisten“ im Januar stornierten acht Hotels in Koblenz und benachbarten Städten im Dominoprinzip die Buchungen, nachdem aus den Büros der Stadtvögte hinreichend Druck auf die Betreiber ausgeübt worden war. Die Zusammenkunft hatte längst begonnen, als sich französische Teilnehmer noch immer auf der Suche nach deutscher Gastfreundschaft sowie der verlorenen Zeit befanden.
Der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (SPD) tat im Vorfeld der Tagung sein Bedauern darüber kund, daß die mit öffentlichen Mitteln finanzierte Rhein-Mosel-Halle aus rechtlichen Gründen an die ja immerhin gewählte ENF-Fraktion habe vermietet werden müssen. Man hätte es gern verhindert, doch die Rechtspopulisten hätten sich „eingeklagt“. Und in diesem Fall konnte kein Privatunternehmer unter sozialen Ächtungsdruck gesetzt werden, um Koblenz populistenrein zu halten.
Die Sache hatte aber auch ihr Gutes: Mehr als 1.000 Protestlern bot die Tagung den Anlaß für ein „parteiübergreifende Gegendemonstration“ geheißenes höchstmoralisches Wellness-Wochenende samt Feldgottesdienst. In Münster hyperventilierten kurz darauf sogar angebliche 8.000 Muster-, Post- oder auch Haßdemokraten dagegen, daß sich die Partei der rechten Rechtsstaatsfundamentalisten im historischen Rathaus versammeln durfte.

Auch hier konnte ein mit Steuermitteln finanzierter Saal der AfD nicht verweigert werden, worüber sich zu empören den Empörten aber jenes meutenhafte Behagen verschaffte, bei dem Teilen der deutschen Volksgemeinschaft seit ca. drei Generationen so kannibalisch wohl als wie fünfhundert Säuen ist.
In Köln machen derweil allerlei Närrinnen und Narren gegen den AfD-Parteitag im April mobil, und die Toleranzverzücktesten darunter drohen, das Tagungshotel abzubrennen. Das solcherart bedrückte Maritim knickte bislang nur halb ein. Man erteilte symbolisch dem teuflischsten AfD-Vertreter, dem thüringischen Landes- und Fraktionschef Björn Höcke, Hausverbot – aufgrund welcher Rechtslage einem gewählten, nicht vorbestraften Abgeordneten ein solches Verbot erteilt werden kann, steht wahrscheinlich entweder in „Mein Kampf“ oder in der Zeit –, kündigte aber sicherheitshalber schon mal an, daß sich die AfD nach diesem Parteitag ein anderes Tagungshotel werde suchen müssen.
Zahlreichen zivilgesellschaftlich Engagierten genügte dieses künftige Hausverbot nicht; sie forderten den sofortigen Vertragsbruch und stornierten couragiert ihre eigenen Buchungen beim Maritim, ihre soziale Ächtung durch die Rechtspopulisten mutig in Kauf nehmend.“
AfD-BoykottLästige Freiheiten  -von

Kommentar von Roland Tluk:

„Es steht außer Frage, dass solche Vorgänge gegen die gewählte Opposition „AfD“ untragbar sind. Der Aufschrei unserer Moralapostel in der Presse blieb aus, eher waren einige Vertreter dieser Branche bereitwillig auf den Seiten der Demokratieverächter.
Mittlerweile verstehe ich, wie sich die Demokraten unter den Diktatoren Hitler gefühlt haben müssen. Seine Gesinnungsgenossen prügelten einfach auf die Demokraten ein, grenzten sie aus und später wurden sie teils ermordet. Die SA, quasi die AntiFa von heute, war gar nicht von Nöten für die Raserei des Hasses gegen den Widerspruch.
Zweifelohne ist das Erbe der Nationalsozialisten überall dort zu spüren, wo Widerspruch und Opposition bekämpft werden.
Deshalb brauchte Adolf Hitler, der nie eine demokratische Mehrheit inne hatte, auch keine Mehrheiten im Reichstag, denn seine Gesinnungsgenossen sorgten für das Schweigen der Opposition und zum entgültigen Versagen der staatlichen Behörden.“

„Deutschland 2017. Ein demokratisch geläutertes Land, das auf sehr deutsche Weise aus seiner Geschichte gelernt hat. Wenn eines Tages wirklich alle Hotelbetreiber, Messeveranstalter und Restaurantchefs zivilgesellschaftlich beflügelt mitzuziehen gezwungen sind, könnte die AfD nirgendwo mehr tagen, selbst wenn sie 49 Prozent der Wählerstimmen hätte. Es ist gar hübsch, wie schnell die lästigen bürgerlichen Freiheiten in einer Demokratie beschränkt beziehungsweise beseitigt werden können.“
AfD-BoykottLästige Freiheiten  -von

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