Der „Glaube“ an die Begrenztheit oder eher eigenes Unvermögen?

„Der französische Mathematiker Auguste Comte hielt die chemische Zusammensetzung der Sterne für eine prinzipiell unerreichbare Erkenntnis, die Pariser Akademie der Wissenschaften hielt die Impfung gegen Pocken für unmöglich. Baron Kelvin glaubte, die Wissenschaft sei im Großen und Ganzen abgeschlossen, und lehnte Maxwells Gleichungen, die Radioaktivität und Darwins Evolutionstheorie ab. Außerdem weigerte er sich, an die physikalische Möglichkeit von Flugzeugen zu glauben. Hertz und Poincaré glaubten nicht an das Radio. Edison hielt ein Telegrafenkabel durch den Atlantik und den Wechselstrom für Unsinn. Die Royal Society lehnte Edisons Glühbirne und den Blitzableiter ab. Der Club of Rome prophezeite das Ende aller Ölvorräte für 1992, Al Gore das Abschmelzen der arktischen Polkappe bis 2013 und Isaac Newton den Weltuntergang für das Jahr 2060.

Der Glaube an absolute Grenzen schürt Ängste vor einem Kollaps des Bestehenden und verschafft ihnen etwas Gottgegebenes, das dem Einzelnen keine andere Wahl lässt als sich ihnen unterzuordnen. Die Erfahrung, die Bruno mit einem derartigen Glauben gemacht hat, erscheint uns heute oft als düstere Vergangenheit, weil die Aufklärung die befreiende Weltsicht in alle Ecken unserer Gesellschaft getragen hat, dass jedes Individuum, indem es seinen unverwechselbaren Standpunkt in der Welt definiert, dabei eigene persönliche Grenzen konstruiert, die nicht mit denen der Mehrheit übereinstimmen müssen.
[…]
Endlichkeitsdenken, Nachhaltigkeit, Vorsorgeprinzip – dieses ideologische Dreigestirn ist inzwischen dabei, nicht nur Kreativität in Lähmung und individuelle Freiheit in den Konformismus zu treiben, sondern auch Dynamik in Stillstand zu verwandeln. Deutschland ist lange nicht mehr so innovativ wie es gerne glauben möchte. Außerhalb der Automobil- und Maschinenbaubranchen, die den Löwenanteil an Innovation und Investition stellen, fällt Deutschland gegenüber den USA und Asien zurück. So gut wie alle technologischen Revolutionen der letzen Jahrzehnte, vom mobilen Internet über soziale Medien bis hin zur Share Economy, sind Umsetzungen von Ideen, die von freien „Naivlingen“ in den USA erdacht und konzipiert wurden. Bei den deutschen Beiträgen handelt es sich meist nur noch um eine Perfektionierung des bereits Bekannten, kaum um bahnbrechendes Neues.
[…]
Die Tyrannei einer Begrenztheitsideologie, die die Philosophen der Aufklärung schon auf den Müllhaufen der Geschichte verbannt glaubten, kehrt heute mit Macht zurück.“
Die Tyrannei der grünen Begrenztheits-Ideologie -Von Lorenz Teufel und Hans-Dieter Radecke 19-11-2016

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~ von Verwaltung - 19/11/2016.

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