Die Freiheit zum Denken

„Filme über Flüchtlinge sind ein wiederkehrendes Element in den Lichtspielhäusern, die sich Programmkinos nennen und abseits des Mainstream verorten. Das ist angesichts der Aktualität des Themas nicht überraschend, allerdings fällt dabei eine gewisse Unausgewogenheit auf, denn Filme, die massenhafte Einwanderung kritisch beleuchten oder zumindest neutral thematisieren, sucht man erfolglos. Die betreffenden Kinos bezeichnen ihr Programmangebot gern als „mutig“ bzw. „couragiert“ und gewinnen dafür sogar Preise. Damit wird die Bedeutung des Wortes „Mut“ offenbar völlig neu definiert. Diese Merkwürdigkeiten kommen zur Zeit häufig vor, doch es gibt sie schon länger. Bereits 1981 hat der deutsche Filmemacher Hans Jürgen Syberberg diese eigenartigen Anomalien der hiesigen Film- und Kinobranche in seinem Buch „Die freudlose Gesellschaft“ treffend beschrieben.
[…]
Das ist u. a. eine Folge des enormen Konformitätsdrucks, dem junge Filmemacher ausgesetzt sind. In der Kulturbranche und damit auch im Filmsektor geben Linke und Grüne den Ton an. […] Ein politischer Film dagegen, der dem Zeitgeist entspricht und daher auf den Festivals gut ankommt (und dort prestigeträchtige Preise erhält), ist für die weitere berufliche Laufbahn hilfreich. Die Fördertöpfe für derartige Projekte sind reichlich gefüllt, und das Prädikat „Wertvoll“ der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (welches, nebenbei bemerkt, im Rahmen der sog. „Referenzförderung“ Förderungen weiterer Filme ermöglicht) ist für Pro-Migrations-Filme praktisch sicher, ebenso wie die Auswahl durch die großen Kurzfilmfestivals, und so gibt es kaum ein Festival, das ohne dertartige Filme auskommt. […] Den klischeehaften Inhalt dieser Filme kann man sich fast immer vorher denken. Etwas überspitzt formuliert: Traumatisierter Flüchtling trifft auf verstockte, kaltherzige Deutsche. […] Es mag in Teilen schmerzhaft sein, die teils sehr plumpe Propaganda zu ertragen.“
Deutscher Nachwuchsfilm: Gefangen im linksgrünen Zeitgeist – Von Saskia Swert 12-11-2016

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