Die Freiheit zum Denken

Es gibt eine Gruppe an Menschen, die sesshafte Menschen als „Heimatlose“ bezeichnen. Im angelsäschischen Raum nennt man sie „the globalists„.
Diese Gruppe verbindet nirgendwo zu Hause zu sein, rastlos in der Welt herumzuirren und anderen ihre Lebensweise aufzwingen zu wollen.

Wir umschreiben es noch etwas anders: Menschen, die nicht wissen woher sie kamen und nicht wissen wohin sie wollen, wollen die Richtung vorgeben.

Diese Leute sind ein echtes Problem geworden, weil sie die Gemeinschaften vergiften.

„Ist das nicht ein merkwürdiger Klassenkampf, in der Arbeiter und Bürger Seit an Seit gemeinsam kämpfen?
Der blinde Fleck, der uns befällt, wenn wir darauf schauen wollen, was diese Leute aufregt, ist deswegen wirksam, weil wir selbst Stein des Anstoßes sind. Verlegen schauen wir uns um, aber da ist niemand. Uns? Sie meinen tatsächlich uns? […] Wir vergessen, dass politische Verortung eine Frage der Perspektive ist. So wie Köln und Düsseldorf sich als grundverschiedene Städte begreifen und der Berliner nur „Ruhrpott” sieht, sehen die besorgten Bürger in uns eine homogene Gruppe. Wir sind das nicht gewohnt, weil es unserer Binnenwahrnehmung widerspricht. Aber das spielt keine Rolle, denn wir werden von rechtsaußen so wahrgenommen. Und wir werden längst so referenziert. Donald Trump und das Alt-Right-Movement haben einen Namen für uns. Sie nennen uns „the globalists“.
[…]
Da ist zunächst die Erzählung einer Verschwörung, über alle Parteigrenzen hinweg. Es gäbe gar keine echte Demokratie mehr, sondern nur noch die Einheits-Blockpartei CDUSPDFDPGRÜNELINKE. Auch die Medien („Lügenpresse“) steckten mit unter der Decke. Gut wird empfunden, dass die endlich Gegenwind bekämen (Trump, Le Pen, AfD, FPÖ, Brexit) und sich eine „echte Alternative“ (Alternative für Deutschland, Alt-Right-Movement) bildete.Es ist leicht, diese Vorstellungen als Spinnerei abzutun, aber wenn man sich die drei wesentlichen Eckpfeiler der neurechten Programmatik besieht – Migration, Globalisierung und Political Correctness – dann ist nicht zu leugnen, dass es in diesen Bereichen tatsächlich einen gewissen Grundkonsens in den Medien und Parteien (die CSU mal ausgeschlossen) gibt. Ein Konsens, von dem allerdings gerne angenommen wird, dass es ein gesamtgesellschaftlicher Konsens ist. Weil es vernünftig ist. Weil es menschlich ist. Weil es das einzig richtige ist. Da müssten doch alle dafür sein. Nicht?
[…]
Es gibt heute eine globalisierte Klasse der Informationsarbeiter, der die meisten von uns angehören und die viel homogener und mächtiger ist, als sie denkt. Es sind gut gebildete, tendenziell eher junge Menschen, die sich kulturell zunehmend global orientieren, die die „New York Times“ lesen statt die Tagesschau zu sehen, die viele ausländische Freunde und viele Freunde im Ausland haben, die viel reisen, aber nicht unbedingt, um in den Urlaub zu fahren. Es ist eine Klasse, die fast ausschließlich in Großstädten lebt, die so flüssig Englisch spricht wie ihre Muttersprache, für die Europa kein abstraktes Etwas ist, sondern eine gelebte Realität, wenn sie zum Jobwechsel von Madrid nach Stockholm zieht. […] Diese neue globalisierte Klasse sitzt in den Medien, in den StartUps und NGOs, in den Parteien, und weil sie die Informationen kontrolliert („liberal media“, „Lügenpresse“), gibt sie überall kulturell und politisch den Takt vor.“
Die Globale Klasse – Eine andere Welt ist möglich – aber als Drohung -Von Michael Seemann 25-10-2016

Erstaunlich an dieser Gruppe „the globalists“ ist, dass sie sich selbst als die überlegene Gruppe hält, die die anderen „abgehängt“ hätte. Die haben gar nicht verstanden, dass zum Beispiel die Konservativen ihre Prioritäten vollkommen anders setzen und diese Prioritäten oft die absoluten Gegensätze zu der Gruppe „the globalists“ darstellen.

Anmerkung:
Es ist die sogennante „Negativselektion„, die es ermöglichte, dass gleiche Denkweisen in der Gruppendynamik zum krankhaften Konformismus innerhalb Organisationen führen. Die Mitglieder innerhalb dieser Gruppe glauben letztendlich, dass dieses extrem des Konformismus ein Konsens über die Grenzen ihrer Organisation hinweg sei.
Wie kommt es nun das alte Parteien und Medien sich konformistisch Verhalten: Inzest.

Konfrontiert mit der Realität, dass die Menschen ganz unterschiedlichen Auffassungen vertreten, wird mit Ausgrenzung reagiert. Zum Beispiel mit Verortung, wie links, rechts, Nazi oder Arschloch. Damit wird das eigene gruppenzugehörige Weltbild erhalten zum Selbstschutz des eigenen Ichs.

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